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Die Schilddrüse

  • vor 50 Minuten
  • 4 Min. Lesezeit

Am 25.Mai ist Weltschilddrüsentag.

Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ im Hals, das unterhalb des Kehlkopfs liegt. Obwohl sie relativ klein ist, übernimmt sie eine entscheidende Rolle für den gesamten Körper. Sie produziert die Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), die maßgeblich den Stoffwechsel steuern. Diese Hormone beeinflussen, wie schnell oder langsam der Körper Energie verbraucht, wie das Herz schlägt, wie warm uns ist und wie gut Gehirn und Muskeln funktionieren. Die Aktivität der Schilddrüse wird über einen Regelkreis gesteuert, der im Gehirn beginnt. Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) schüttet das Steuerhormon TSH aus, welches der Schilddrüse signalisiert, wie viele Hormone sie produzieren soll.


Kommt es zu einer Störung, kann die Schilddrüse entweder zu wenig oder zu viele Hormone produzieren. Bei einer Unterfunktion, auch Hypothyreose genannt, läuft der Stoffwechsel verlangsamt ab. Betroffene fühlen sich häufig müde und antriebslos, frieren schneller, nehmen an Gewicht zu und berichten oft über Konzentrationsprobleme oder depressive Verstimmungen. Häufig steckt dahinter die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis, bei der das Immunsystem das Schilddrüsengewebe angreift und langfristig zerstört.

Bei einer Überfunktion, der sogenannten Hyperthyreose, ist das Gegenteil der Fall: Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren. Typische Beschwerden sind Nervosität, Zittern, Schlafstörungen, Herzrasen, Gewichtsverlust trotz normalen oder erhöhten Appetits sowie vermehrtes Schwitzen. Eine häufige Ursache ist die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow, bei der Antikörper die Schilddrüse dauerhaft zur Hormonproduktion anregen. In manchen Fällen treten dabei auch auffällige Augenveränderungen auf.

 

Schilddrüsenfunktion:


Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion sind Blutwerte besonders wichtig. Der zentrale Wert ist das TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon), das von der Hypophyse gebildet wird. Ein erhöhter TSH-Wert spricht meist für eine Unterfunktion, da der Körper versucht, die Schilddrüse stärker anzuregen. Ein erniedrigter TSH-Wert deutet dagegen häufig auf eine Überfunktion hin, weil bereits zu viele Hormone im Blut vorhanden sind. Zusätzlich werden die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 gemessen. Bei einer Unterfunktion sind diese Werte typischerweise erniedrigt, während sie bei einer Überfunktion erhöht sind. Auch Antikörper im Blut können bestimmt werden, um Autoimmunerkrankungen nachzuweisen.

 

Diagnose:


Die Diagnose erfolgt nicht nur über Blutuntersuchungen, sondern wird durch bildgebende Verfahren ergänzt. Der Ultraschall zeigt Größe, Struktur und mögliche Knoten der Schilddrüse. Mit einer Szintigrafie kann die Funktion einzelner Bereiche beurteilt werden, also ob bestimmte Regionen zu viel oder zu wenig Hormone produzieren. In unklaren Fällen wird manchmal eine Gewebeprobe entnommen, um bösartige Veränderungen auszuschließen.

 

Behandlung:


Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung. Bei einer Unterfunktion wird das fehlende Hormon in Form von Tabletten ersetzt, meist mit dem Wirkstoff Levothyroxin, häufig lebenslang. Eine Überfunktion kann medikamentös mit sogenannten Thyreostatika behandelt werden, die die Hormonproduktion bremsen. In bestimmten Fällen kommen auch eine Radiojodtherapie oder eine Operation zum Einsatz. Wenn ein Jodmangel vorliegt, kann eine Anpassung der Ernährung helfen, etwa durch jodiertes Speisesalz oder den Verzehr von Seefisch.

 

Die Schilddrüse – einfach erklärt

 

Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ im Hals – direkt unter dem Kehlkopf. Trotz ihrer Größe hat sie eine enorme Wirkung auf deinen ganzen Körper.

 

Funktion & Aufgaben


Die Schilddrüse produziert hauptsächlich zwei Hormone:

  • T3 (Trijodthyronin) 

  • T4 (Thyroxin) 

Diese Hormone steuern den Stoffwechsel.


Wichtige Aufgaben:


  • Reguliert den Energieverbrauch (Grundumsatz)

  • Beeinflusst Herzschlag und Kreislauf

  • Wichtig für Gehirnentwicklung und Konzentration

  • Steuert Körpertemperatur

  • Unterstützt Wachstum und Knochenstoffwechsel

Gesteuert wird sie über einen Regelkreis:

  • Gehirn → Hypophyse → Schilddrüse

 

Häufige Störungen & Erkrankungen:

 

1. Unterfunktion (Hypothyreose)

→ zu wenig Hormone


Symptome:

  • Müdigkeit

  • Gewichtszunahme

  • Kälteempfindlichkeit

  • depressive Stimmung


2. Überfunktion (Hyperthyreose)

→ zu viele Hormone


Symptome:

  • Nervosität

  • Herzrasen

  • Gewichtsverlust

  • Schwitzen

 

3. Autoimmun-Erkrankungen


  • Hashimoto-Thyreoiditis

    → Zerstörung der Schilddrüse → meist Unterfunktion


  • Morbus Basedow

    → Überstimulation → Überfunktion + oft hervortretende Augen

 

4. Struma (Kropf)

→ Vergrößerung der Schilddrüse (oft durch Jodmangel)

 

5. Schilddrüsenknoten / Krebs


  • meist gutartig

  • selten bösartig, aber abklärungsbedürftig

 

Diagnose


Typische Untersuchungen:

  • Blutwerte (TSH, T3, T4)

  • Ultraschall

  • Szintigrafie (Funktionstest)

  • ggf. Biopsie

 

Behandlungsmöglichkeiten


Bei Unterfunktion:

  • Hormonersatz (z. B. Levothyroxin) meist lebenslang

 

Bei Überfunktion:

  • Medikamente (Thyreostatika)

  • Radiojodtherapie

  • Operation

 

Bei Knoten / Krebs:

  • Operation

  • ggf. Radiojodtherapie

  • selten Bestrahlung/Chemotherapie

 

Bei Jodmangel:

  • Jodreiche Ernährung (z. B. Jodsalz, Fisch)

 

Wichtige Schilddrüsen-Ambulanzen in Österreich

 

Universitätskliniken & große öffentliche Zentren


  • AKH Wien – Universitätsklinikum

    Eine der zentralen Anlaufstellen in Österreich mit eigener Schilddrüsenambulanz in Endokrinologie und Nuklearmedizin. Hier wird das gesamte Spektrum von Funktionsstörungen bis hin zu Schilddrüsenkrebs behandelt.


  • Klinik Landstraße – Schilddrüsenkompetenzzentrum

    Spezialisiert auf Diagnostik (z. B. Szintigrafie) und Behandlung, inklusive Akutambulanz für dringende Fälle.


  • Klinik Ottakring – Schilddrüsenambulanz

    Behandelt umfassend Schilddrüsen- und endokrinologische Erkrankungen inklusive Radiojodtherapie.


  • Hanusch-Krankenhaus – Schilddrüsenambulanz Schwerpunkt auf nuklearmedizinischer Diagnostik wie Szintigrafie.

 

Weitere spezialisierte Ambulanzen & Zentren


  • Franziskus Spital – Schilddrüsenambulanz

    Bietet Diagnostik, Therapie und Nachsorge aus einer Hand.


  • Ambulatorium Döbling – Schilddrüsenzentrum

    Interdisziplinäres Zentrum mit umfassender Diagnostik und Betreuung.


  • Schilddrüsenzentrum Josefstadt

    Privat geführtes Spezialzentrum mit kompletter Diagnostik (Ultraschall, Szintigrafie, Punktion) an einem Ort.

 

In Österreich erfolgt die Abklärung meist in spezialisierten Ambulanzen für Endokrinologie oder Nuklearmedizin, da hier sowohl Laborwerte als auch bildgebende Verfahren kombiniert werden.


Quellen:

Internationale medizinische Leitlinien & Fachgesellschaften

  • American Thyroid Association

    Eine der weltweit wichtigsten Fachgesellschaften für Schilddrüsenerkrankungen.

    → Bietet evidenzbasierte Leitlinien zu Hypothyreose, Hyperthyreose, Schilddrüsenknoten und Krebs.


  • European Thyroid Association

    Europäische Leitlinien und Empfehlungen, oft Grundlage für Behandlung in Österreich.


  • Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie

    Sehr relevante Leitlinien im deutschsprachigen Raum, gut verständlich und praxisnah.


Österreichische & deutschsprachige Quellen


  • Österreichische Schilddrüsengesellschaft

    Nationale Fachgesellschaft mit Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie.


  • Gesundheit Österreich GmbH

    Offizielle Gesundheitsinformationen und evidenzbasierte Berichte.


  • AGES

    Informationen u. a. zu Jodversorgung und Prävention.

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